Kinderbuch selbst gestalten: Anleitung in fünf Schritten
Ein Kinderbuch selbst zu gestalten klingt nach einem Projekt für Menschen, die zeichnen können. Das ist es längst nicht mehr. Der Ablauf ist heute in fünf Schritte zerlegt, und der schwierigste davon ist nicht das Bild, sondern die Entscheidung, worum es eigentlich gehen soll.

Schritt 1: Die Idee eingrenzen
Der häufigste Fehler am Anfang ist ein zu großes Thema. „Eine Geschichte über Mut“ führt selten zu einem guten Buch, „die Nacht, in der Anton allein zum Leuchtturm ging“ dagegen schon. Je enger der Anlass, desto leichter fällt alles Weitere.
Hilfreich ist, vom Kind aus zu denken: Was beschäftigt es gerade? Der erste Kindergartentag, ein neues Geschwisterchen, die Angst vor dem Dunkeln, der Umzug. Bücher, die einen echten Anlass haben, werden öfter vorgelesen als solche, die nur schön sind.
Schritt 2: Die Figuren festlegen
Ein Bilderbuch verträgt wenige Figuren. Die Hauptfigur, ein oder zwei Begleiter, fertig. Alles darüber hinaus macht die Bilder unruhig und den Text lang.

Wichtig ist, jede Figur einmal genau zu beschreiben: Alter, Haarfarbe, Kleidung, ein wiedererkennbares Detail. Diese Beschreibung braucht man später bei jedem einzelnen Bild, sonst sieht die Figur auf Seite drei anders aus als auf Seite neun.
Schritt 3: Die Illustrationen
Hier trennen sich die Wege. Wer selbst zeichnet, braucht für ein 13-Szenen-Buch realistisch mehrere Wochen. Wer eine Illustratorin beauftragt, zahlt je nach Stil und Umfang einen mittleren dreistelligen bis vierstelligen Betrag.
Die dritte Möglichkeit ist die Erzeugung per KI aus einem Foto. Der entscheidende Punkt dabei ist die Wiedererkennbarkeit: Ein eingesetzter Name macht noch kein persönliches Buch. Erst wenn Gesicht, Frisur und Kleidung des Kindes auf jeder Seite gleich bleiben, entsteht der Effekt, den man sich davon verspricht.
Aquarell
3D-Animation
Comic
Sanfter Anime
Knetanimation
Gouache
Stickerkunst
BlockweltSchritt 4: Der Text
Vorlesetext ist kein Erzähltext. Er wird laut gelesen, also zählen kurze Sätze, klarer Rhythmus und Wiederholungen. Kinder lieben Wiederholung, Erwachsene finden sie langweilig — beim Vorlesetext hat das Kind recht.
Als grobe Orientierung: Für Zwei- bis Dreijährige reichen ein bis zwei Sätze je Seite. Ab sechs Jahren dürfen es fünf bis sechs sein.
Schritt 5: Drucken oder digital lassen
Ein digitales Buch ist sofort da und lässt sich beliebig ändern. Ein gedrucktes Buch wird verschenkt, ins Regal gestellt und jahrelang wieder hervorgeholt. Wer verschenken will, druckt.

Vor dem Druck lohnt ein letzter Durchgang: Namen kontrollieren, Seitenreihenfolge prüfen, jedes Bild einmal groß ansehen. Nach dem Druck ist nichts mehr zu ändern.
- Namen und Schreibweise auf jeder Seite prüfen
- Reihenfolge der Szenen laut lesen
- Jedes Bild einzeln in voller Größe ansehen
- Das Cover zuletzt beurteilen, es entscheidet über den ersten Eindruck
Häufige Fragen
Kann man ein Kinderbuch gestalten, ohne zeichnen zu können?
Ja. Die Illustrationen lassen sich beauftragen oder aus einem Foto erzeugen. Wichtig ist, dass die Hauptfigur auf allen Seiten gleich aussieht.
Wie viele Seiten sollte ein Kinderbuch haben?
Für Vorlesebücher haben sich 12 bis 16 Szenen bewährt. Bei Zauberkinderbuch sind es 13 Szenen, gedruckt ergibt das ein Hardcover mit 28 Seiten.
Was kostet ein selbst gestaltetes Kinderbuch?
Bei einer beauftragten Illustratorin liegt man schnell im dreistelligen bis vierstelligen Bereich. Ein aus Fotos erzeugtes Buch kostet als eBook 4,99 € und als gedrucktes Hardcover ab 27,90 € inklusive Versand.

