
Kinderbuch zum Teilen lernen: ein Drachen, zwei Piloten
Teilen lässt sich schlecht anordnen. Dieses Buch versucht es anders herum: Der Drachen fliegt genauso hoch, aber es macht weniger Spaß, wenn niemand mitjubelt. Erzählt wird das mit dem eigenen Kind als Hauptfigur.
Erst gehört der Drachen nur einem
Die Vorlage heißt „{NAME} und der Wunderdrachen“, wobei {NAME} für den Namen steht, der ins Buch eingedruckt wird. Der Wertekern klingt wie ein Sprichwort und ist im Buch trotzdem eine Beobachtung: Geteilt ist doppelt schön.
In den 13 Szenen bekommt das Kind einen neuen Flugdrachen, rot und gold, mit langen Schwänzen. Am nächsten Tag pfeift der Wind über den Hügel, der Drachen steigt — und oben steht ein Junge ohne Drachen. Er heißt Milan, gehört fest zur Vorlage und fragt, ob er auch mal halten darf. Bemerkenswert ist, was das Buch dann tut: Es lässt das Kind Nein sagen. „Der ist ganz neu. Und nur meiner.“
Danach kommt der stille Teil. Der Drachen fliegt weiter oben, aber der Blick geht immer wieder hinüber zu Milan, der allein im Gras sitzt. Was daraus folgt — die Leine, eine gemeinsame Acht am Himmel, eine durchgebrochene Brezel — steht im Buch. Am Ende wird ein zweites Band an den Drachenschwanz geknotet, gelb wie Milans Pulli. Das ist das Andenken: ein Drachen, den man von Weitem als Drachen für zwei erkennt.
Warum Teilen mit zwei Jahren noch nicht klappt
Kinder unter etwa drei geben Dinge her, weil ein Erwachsener es sagt, nicht aus Einsicht. Erst danach entsteht nach und nach das Verständnis dafür, dass das andere Kind gerade etwas empfindet. Ungefähr dort, zwischen drei und sechs, liegt der Punkt, an dem diese Geschichte etwas auslösen kann.
Beim Erstellen wählst du die Altersstufe 0–2, 3–5 oder 6–9 Jahre; die 13 Szenen bleiben gleich, der Text wird kürzer oder ausführlicher. Für die Kleinsten ist es vor allem ein Drachenbuch mit Wind und Himmel. Die mittlere Stufe erzählt das Zögern mit, die älteste auch den inneren Umschwung davor.
Anlässe gibt es genug: Streit um die Schaufel im Sandkasten, Besuch, der an das Lieblingsauto will, eine Kindergartengruppe, ein Geschwisterkind. Ein Rat aus der Praxis: Das Buch wirkt schlechter, wenn es als Ermahnung eingesetzt wird. „Siehst du, so macht man das“ nimmt der Geschichte genau die Wirkung, die sie hat, wenn das Kind selbst darauf kommt.
Was von deinem Kind ins Buch kommt
Eingegeben werden Name und Foto der Hauptfigur. Aus dem Foto entsteht eine gezeichnete Figur mit demselben Gesicht in jeder Szene; das Foto selbst wird nicht abgedruckt. Zusätzlich lassen sich die Eltern besetzen, die den Drachen mitbringen und sich am Ende die Geschichte vom Hügel anhören, und ein Kuscheltier für die letzte Szene.
Milan ist keine Rolle zum Besetzen, sondern Teil der Vorlage: schwarze Haare, senfgelber Hoodie, Zahnlücke. Dadurch bleibt er in jedem Buch derselbe Junge vom Hügel.
Acht Stile stehen zur Wahl: Aquarell, 3D-Animation, Comic, Sanfter Anime, Knetanimation, Gouache, Stickerkunst, Blockwelt. Weil hier viel Himmel im Bild ist, wirken Aquarell und Gouache besonders luftig. Das eBook kostet 4,99 € und ist nach wenigen Minuten fertig, das Hardcover mit festem Einband ab 27,90 € inklusive eBook, das Hörbuch mit dem Namen des Kindes 3,99 €.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter kann man Teilen erwarten?
Freiwillig meist nicht vor drei. Vorher funktioniert es auf Ansage, was etwas anderes ist. Dieses Buch zielt auf die Phase danach, in der ein Kind selbst merkt, dass allein jubeln nur halb so schön ist.
Unser Kind teilt nie. Bringt so ein Buch überhaupt etwas?
Die Geschichte macht dem Kind keinen Vorwurf, sondern zeigt zuerst das Nein und nimmt es ernst. Erfahrungsgemäß hören Kinder deshalb länger zu als bei Geschichten, in denen die Hauptfigur von Anfang an brav teilt.
Kann statt Milan das Geschwisterkind auftauchen?
Nein, Milan gehört zur Vorlage. Besetzbar sind Kind, Eltern und Kuscheltier. Für ein Buch rund ums Geschwisterkind gibt es ein eigenes Motiv.




